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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-4315-302

Gebietsname:

Manninghofer Bach sowie Gieseler und Muckenbruch

Gesetzlicher Schutz:

Gebietstyp: B = FFH-Gebiet (GGB)

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

121 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Soest

Kurzcharakterisierung:

Dem am Nordrand des Haarstranges gelegenen Quellhorizont entspringen z. T. aus mehreren Karstquelltöpfen und Quickspringen die Fließgewässersysteme der Gieseler und des Manninghofer Baches, der sich in zwei Karstquellbäche verzweigt. Die abschnittsweise noch relativ naturnah erhaltenen Bachläufe fließen innerhalb flacher, teilweise reich strukturierter Niederungen mit kopfbaumreichem Grünland und ehemaligen Niedermoorbereichen, die Schilfröhrichte, Torfstiche und seggenreiche Naßwälder aufweisen, der Lippe zu.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Die Kalkquellbäche Glasebach und Stirper Mühlenbach sowie die in die Lippe mündende Gieseler sind innerhalb der Hellweg-Börden als repräsentative Beispiele für Fließgewässersysteme mit kleineren Salzquellen und temporär schüttenden Karstquellen entlang der Nordabdachung des Haarstranges anzusehen. Besonders hervorzuheben ist ihre herausragende Bedeutung als Lebensraum und Wanderungskorridor zur Lippe für die schutzwürdigen Fisch- bzw. Rundmaularten. Darüber hinaus bilden sie eines der wichtigsten Bachsysteme innerhalb der Börde, das in der nicht ausgebauten Sohle regelmäßig Kiesbänke als potentielle Laichhabitate für Fischarten nach Anhang II aufweist. Innerhalb der Bachniederungen finden sich ehemalige Niedermoorbereiche. Der im Nordosten gelegene "Muckenbruch" bietet mit seinem strukturreichen, kleinparzelligem Torfabbau-Komplex und den angrenzenden Bruchwäldern der landesweit seltenen hervorragende Laichmöglichkeiten und Lebensräume. Es ist z.Zt. die bedeutendste Population Westfalens. Die Niedermoorstandorte im Südwesten werden von einem Schilfbestand eingenommen, an den eine orchideenreiche Nasswiese angrenzt. Der Schilfbestand ist ein äußerst wertvoller Brut- und Nahrungsbiotop für mehrere Rohrweihen bzw. für die in der unmittelbar angrenzenden Feldflur brütenden Wiesenweihen.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Das Fließgewässersystem besitzt eine herausragende Bedeutung als (potentielles) Laichge-biet für zahlreiche Fischarten und für den Biotopverbund zwischen ehemaligen Niedermoor-bereichen ("Muckenbruch" und "Olle Wiese/Manninghofer Bach") und der Lippeniederung. Maßnahmen wie z. B. das Überlassen von Fließgewässerabschnitten der natürlichen Entwicklung, Schaffung der Durchgängigkeit für Fischwanderungen, die Anlage von nicht genutzten Uferrandstreifen bzw. die Anlage von Ufergehölzen als Schutz vor Eutrophierung und insbesondere auch der Schutz der Quellen und Wiederherstellung dieser Lebensräume sowie die Verbesserung der Gewässerqualität dienen dazu die Leistungsfähigkeit der Fließgewässer und ihre vielfältigen Funktionen im Naturhaushalt, insbesondere auch als Lebensraum für gefährdete Arten wiederherzustellen bzw. zu optimieren. Der Erhalt und die Förderung der Population der ist im Bereich des "Muckenbruches" das vordringliche Schutzziel der Bemühungen. Die profitiert von dem kleinflächig betriebenen Torfstich, durch den immer wieder kleine Stillgewässer geschaffen werden, die sich hervorragend als Laichgewässer eignen. Eine Entwässerung der Flächen ist unbedingt zu vermeiden, eine Wiedervernässung ehemaliger Feuchtstandorte anzustreben. Elementar ist auch der langfristige Erhalt dieser Laichmöglichkeiten. Besondere Bedeutung kommt der extensiven Bewirtschaftung der Feuchtgrünlandflächen, der Vergrößerung des Schilfbereiches im Bereich der "Ollen Wiese" und der Wiederherstellung ehemaliger Quellbereiche innerhalb der Niedermoore zu. Diese Maßnahmen werden teilweise bereits heute im Gebiet umgesetzt. Als weitere, für den Erhalt und die Optimierung des Gebietes wesentliche Maßnahmen können der Umbau der Wälder nur mit einheimischen Baumarten, die Wiedervernässung entwässerter Niedermoore und Feuchtgrünlandstandorte, die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland sowie die Anreicherung der Lebensräume durch die Anlage von Blänken und Kleingewässern im Bereich wiedervernässter ehemaliger Ackerstandorte genannt werden. Zu den administrativen Schutzmaßnahmen zählen die weitere Ausweisung von Flächen als Naturschutzgebiet sowie dem Schutzziel entsprechende Regelungen.

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen:

Maßnahmenkonzept (MAKO):