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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen


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Inhalt:

Natura 2000-Nr. DE-5203-309

Gebietsname:

Steinbruchbereich Bernhardshammer und Binsfeldhammer

Gesetzlicher Schutz:

Gebietstyp: B = FFH-Gebiet (GGB)

Link zur Karte:

Kartenausschnitt

Fläche:

82 ha

Ort(e):

Kreis(e):

Aachen

Kurzcharakterisierung:

Das Gebiet wird von zwei aufgegebenen Kalksteinbrüchen und den an ihren Rändern stockenden Waldflächen und Aufforstungen auf z.T. aufgeschüttetem Bodensubstrat geprägt. Die z.T. über 50 m tief gelegenen Steinbruchsohlen und die Hänge werden meist durch Ruderal- und Schuttfluren, Hochstaudenfluren und Pioniergebüschen bewachsen, die wiederum zahlreichen Tierarten Lebensraum bieten, die an trockene Standortbedingungen angepasst sind. Die Waldflächen sind überwiegend gepflanzt und setzen sich v.a. aus nicht-bodenständigen Baumarten zusammen. Lediglich am südlichen Gebietsrand sind noch Restbestände der früher dominierenden Orchideen-Buchenwälder zu finden. Felsklippen, Kleingewässer, Heideflächen, kleinere Grünlandbereiche und Schwermetallstandorte tragen zur standörtlichen Vielfalt bei, die sich in einer großen Zahl von Tier- und Pflanzenarten widerspiegelt.

Im Gebiet vorkommende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

Im Gebiet vorkommende Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie, die Erhaltungsziel für das FFH-Gebiet sind:

  • Amphibium (Artname verdeckt)

Bedeutsame Vorkommen von Vogelarten im Gebiet:

Was macht die Bedeutung des Gebietes für Natura 2000 aus?

Besonders hervorzuheben ist die große Population der als FFH-Anhang II-Art, die periodische Kleingewässer als Laichhabitate und geeignete Sommer- wie Winter-Landlebensräume vorfindet. Als typische kalkgebundene Lebensräume sind der Orchideen-Buchenwald noch vorhanden, während Schwermetallrasen und die mit ihnen eng verzahnten Heideflächen auf weitere Standortmodifikationen hinweisen, wie sie für den Stolberger Raum typisch sind. Die großflächigen Offen- und Halboffenlandbereiche werden vom Neuntöter und der Heidelerche bewohnt, während in den hochaufragenden, steilen Felswänden des Bernhardshammer regelmäßig der Uhu brütet. Neben diesen bemerkenswerten Arten finden sich zahlreiche weitere landesweit wie regional gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Bienen-Ragwurz, Ringelnatter, Schwalbenschwanz, Zwergbläuling oder Warzenbeißer.

Welche Schutzmaßnahmen sind geeignet, das verbindende Netzwerk von Lebensräumen zu schaffen?

Das besondere Artenspektrum wie die Lage des Gebietes in direkter Nähe zu anderen vergleichbaren Standorten machen seine Bedeutung innerhalb des großräumigen Trockenbiotop-Verbundsystems östlich Stolberg deutlich. Angesichts der aktuellen besonderen Bedeutung des Gebietes für die Pflanzen- und Tierwelt der trockenen wie nassen vegetationsarmen Standorte sowie der typischerweise ablaufenden Entwicklung in solchen Steinbrüchen hin zu Gehölzbeständen steht die Lenkung der Sukzession im Vordergrund der Zielvorstellungen. Insbesondere der Bereich Binsfeldhammer ist offenzuhalten, wobei durch Neuanlage bzw. Wiederherstellung vegetationsarmer bis vegetationsfreier Klein- und Kleinstgewässer in mehrjährigen Zeitabständen für die geeignete Laichgewässer herzustellen sind. Demgegenüber kann der Bernhardshammer unter Berücksichtigung der Ansprüche des Uhus der Sukzession überlassen werden. Der Orchideen-Buchenwald ist durch naturschutzgemäße forstliche Maßnahmen zu erhalten. Die Forstflächen aus nicht-bodenständigen Baumarten sind schrittweise zu Beständen bodenständiger Baumarten umzuwandeln bzw. - auf geeigneten Standorten - zur Förderung von Heideflächen und Schwermetallrasen zu entfernen und offenzuhalten. Hierzu wie zur Pflege der Grünlandflächen kann -wie bereits begonnen - eine Wanderschafherde herangezogen werden. Der Besucherverkehr ist durch Maßnahmen zu leiten und zu reglementieren, so dass das Gebiet nicht unzumutbar beunruhigt wird.

Standarddatenbogen:

Erhaltungsziele und Erhaltungsmaßnahmen:

Kartensatz:

Der Kartensatz besteht aus einer Karte:

Kartenanlage 1 zum Standarddatenbogen:

Maßnahmenkonzept (MAKO):